{"id":1383,"date":"2026-04-01T11:09:02","date_gmt":"2026-04-01T11:09:02","guid":{"rendered":"https:\/\/schaltwerk73.de\/?p=1383"},"modified":"2026-04-01T11:11:08","modified_gmt":"2026-04-01T11:11:08","slug":"und-kost-benzin-auch-drei-mark-zehn-scheissegal-es-wird-schon-gehn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schaltwerk73.de\/en\/und-kost-benzin-auch-drei-mark-zehn-scheissegal-es-wird-schon-gehn\/","title":{"rendered":"Und kost\u2019 Benzin auch drei Mark zehn: schei\u00dfegal, es wird schon geh\u2019n!"},"content":{"rendered":"<p class=\"ext-animate--on\"><em> So sang ein altvorderer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=UW7lB7p0Eow\">Markus 1982<\/a> als die neue Deutsche Welle \u00fcber Deutschland hinwegschwappte. Der Preis ist bewusst \u00fcberzeichnet, denn 1982 lag der reale Durchnittspreis laut ADAC bei etwa 1,40 DM pro Liter.<\/em><\/p>\r\n<p class=\"ext-animate--on\"><em>Eine hinausgesungene, humorvolle \u00dcbertreibung eines &#8222;Horrorpreises&#8220;, den nun viele, die in ihrem pers\u00f6nlichen Mobilit\u00e4tskonzept das Auto w\u00e4hlen, an der Tankstelle geschockt berappen m\u00fcssen.<\/em><\/p>\r\n<p class=\"ext-animate--on\"><em>Was k\u00f6nnen wir nun tun?<\/em><\/p>\r\n<p class=\"ext-animate--on\"><em>Eine einfache, bequeme Patentl\u00f6sung gibt es nicht!<\/em><\/p>\r\n<p class=\"ext-animate--on\"><em>Es wird uns nichts geschenkt und es wird kein Wunder kommen.<\/em><\/p>\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide ext-animate--on\" \/>\r\n<p>Als 100%-Radler m\u00f6chte ich die Einleitung zun\u00e4chst aufgreifen und zu dem Schluss kommen, dass jeder selbst zun\u00e4chst sein pers\u00f6nliches Mobilit\u00e4tskonzept w\u00e4hlt und es daher jedem \u00fcberlassen ist, ob man an der Benzinpreis-Rally teilnehmen m\u00f6chte, oder eben auch nicht. Sicherlich hat nicht jeder im hiesigen l\u00e4ndlichen Raum, in dem der \u00d6PNV unbrauchbar ist, die ganz freie Wahl der Mittel der pers\u00f6nlichen Mobilit\u00e4t, aber viele haben diese und gerade diese k\u00f6nnen frei w\u00e4hlen und d\u00fcrfen dies auch.<\/p>\r\n<p>So lange Bequemlichkeit die Wahl der pers\u00f6nlichen Mobilit\u00e4t bestimmt, stelle ich fest, das Bequemlichkeit auch teuer sein darf! Oder ist gerade automobile Mobilit\u00e4t zu einem Statussymbol verkommen?<\/p>\r\n<p>Ich m\u00f6chte hervorheben, dass es f\u00fcr mich bereits bequem ist, dass ich selbst meinen pers\u00f6nlichen Mobilit\u00e4tsmix bestimmen kann und dieser nicht durch Dritte gelenkt, oder gar bestimmt wird. Ich habe mich bewusst dazu entschieden Rad zu fahren und zumindest in diesem Bereich wenig bis gar nicht durch die Benzinpreise beeinflusst zu sein, wenn man die steigenden Kosten f\u00fcr den Spritpreisanteil bei Ersatzteilen, oder \u00e4hnlichem au\u00dfer Acht l\u00e4sst.<\/p>\r\n<p>Nehme ich meinen pers\u00f6nlichen Mobilit\u00e4tsmix, so besteht dieser zu gut und gerne 80 % aus Fahrten mit dem Rad in einem Umkreis bis etwa 30 km und den 20 % \u00d6PNV, die ich zu 95 % mit dem Deutschlandticket bestreite. Somit schlagen zun\u00e4chst die 63,&#8211; \u20ac pro Monat zu Buche und wir behalten diesen f\u00fcr mich als Bequemlichkeitsinvestituion verbuchten Betrag im Kopf. Jeder mag nun im Geiste seine pers\u00f6nlichen Mobilit\u00e4tskosten mitrechnen, da ich die basale Mobilit\u00e4t nicht vorgeben und neunmalklug belehrend diktieren mag, sondern lediglich ein Beispiel sein m\u00f6chte.<\/p>\r\n<p>Rechnen wir mal nicht mit dem spitzen Bleistift, sondern inkludieren meine pers\u00f6nliche Bequemlichkeit und auch den Luxus intensiver Fahrradliebe, so kommen pro Monat nochmals bis zu 200,&#8211; \u20ac Kosten f\u00fcr die R\u00e4der und Ausstattung hinzu. Wir kommen also auf nicht unerhebliche Kosten von 756,&#8211; \u20ac f\u00fcr das Deutschlandticket plus 2.400,&#8211; \u20ac Kosten f\u00fcr R\u00e4der, Teile und Ausstattung. Sind wir also bei 3.156,&#8211; \u20ac Mobilit\u00e4tsmix-Kosten f\u00fcr mich als 100%-Radler pro Jahr. Kein Pappenstiel und auch nicht g\u00fcnstig! In wessen Kopf nun f\u00fcr den automobilzentrierten Mobilit\u00e4tsmix eine gr\u00f6\u00dfere Zahl steht, ist nat\u00fcrlich immer im Warmen und Trockenen unterwegs, hat keinen Gegenwind und ist m\u00f6glicherweise h\u00e4ufiger erk\u00e4ltet und weniger fit (au\u00dfer man rechnet noch das Gym mit in die Kosten ein).<\/p>\r\n<p>Noch ist kein Umweltgedanke gedacht, noch sind Oportunit\u00e4ten, wie Stauvermeidung nicht aus dem Hut gezaubert, aber ich m\u00f6chte behaupten, dass meine Kosten (obschon sehr hoch gegriffen) unter den Kosten vieler Leserinnen und Leser dieses Artikels liegen, wenn diese automobil unterwegs sind.<\/p>\r\n<p>Nat\u00fcrlich ersetze ich die Annehmlichkeiten einer automobilen Klimaanlage im Winter durch absurd teure Klamotten. Nat\u00fcrlich ersetze ich die Segnung einer k\u00fchlen Brise der Klimaanlage im Sommer durch ein Eis auf dem Weg, oder einen Besuch im Biergarten. Ein hinkender, aber praktizierter Vergleich, denn das Radfahren bringt vieles mit sich, das mir als Bequemlichkeit fehlen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich mit dem Auto unterwegs sein. Mal ganz davon abgesehen, dass ich weder Parkgeb\u00fchren, noch Steuern und Versicherungen zahle, w\u00e4hrend ein Auto laut einer Studie von Greenpeace zufolge, lediglich zu 4% des Tages genutzt wird. F\u00fcr 43 Minuten am Tag so viel Geld zu bezahlen &#8211; das w\u00e4re wahrer Luxus f\u00fcr mich!<\/p>\r\n<p>Ich gestehe aber auch, dass ich nat\u00fcrlich in unserer gehetzten Zeit weitaus mehr Zeit f\u00fcr Mobilit\u00e4t aufbringen muss, als es mir lieb ist, aber meine Gesundheit, die Umwelt, der stauverstopfte Stra\u00dfenverkehr, danken es mir. Einiges davon wird nun doch den meisten rechtschaffen egal sein, weswegen ich nach den Triebfedern f\u00fcr eine Mobilit\u00e4tswende suche, die als low hanging fruits jedem zug\u00e4nglich sind. Gesundheit und Kosten sind da f\u00fcr mich sicherlich sehr naheliegend. K\u00e4me nun etwas hinzu, das ein Killer-Argument f\u00fcr das Rad ist, so ist\/w\u00e4re die Mobilit\u00e4tswende ohne Schrecken schneller zu vollziehen.<\/p>\r\n<p>Was sind zun\u00e4chst gute Argumente, bevor es Killer-Argumente br\u00e4uchte:<\/p>\r\n<ol>\r\n<li>Gewinn an Lebensqualit\u00e4t &#8211; In T\u00fcbingen bin ich, wie in der Vielzahl an St\u00e4dten mit dem Rad signifikant schneller innerst\u00e4dtisch unterwegs und fahre oft im Gr\u00fcnen<\/li>\r\n<li>Kostenersparnis &#8211; Je nach gew\u00e4hlter Ausstattung und Kosten f\u00fcr sekund\u00e4re Fortbewegungsmittel (\u00d6PNV,&#8230;)<br \/>Nehme ich ein kleines Auto und meine 15.000 km so komme ich auf etwa 4.500 &#8211; 5.500 \u20ac pro Jahr und spare somit zwischen 1344 und 2.344 \u20ac pro Jahr und schon ist ein sehr guter Urlaub mit dem Rad bezahlt!<\/li>\r\n<li>CO<sub>2<\/sub>-Einsparung &#8211; Im vergangen Jahr bin ich knapp 15.000 km auf dem Rad unterwegs gewesen, was je nach Berechnung zwischen 1,7 t bis 2,1 t CO<sub>2<\/sub>-Einsparung darstellen<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p>Und nun zum Killer-Argument, ohne, dass die Mobilit\u00e4tswende gef\u00f6rdert wird: Mein innerst\u00e4dtischer Kilometer mit dem Rad liegt im Schnitt (\u00d8 15,3 km\/h) bei 3,9 min\/km und 0,05\u20ac w\u00e4hrend der km mit dem Auto (\u00d8 24,1 km\/h) bei 2,5 min\/km zu 0,40 &#8211; 0,70 \u20ac liegt und wenn ich den schlauen Spruch nun aus dem Hut zaubere, dass nicht immer Zeit gleich Geld ist, gewinne ich in der mehr gebrauchten Zeit zu weniger Kosten Lebensqualit\u00e4t!<\/p>\r\n<p>Ist diese Betrachtung nun der Schalter, der das Umdenken in Bewegung setzen wird? Nein!<\/p>\r\n<p>Was w\u00fcrde diesen Schalter zum Kippen bringen? Eine tats\u00e4chliche, staatliche Unterst\u00fctzung, in der bei der Pendlerpauschale nicht der Bequeme, sondern der Umweltbewusste gef\u00f6rdert wird, oder darf ich die These in den Raum stellen, dass der Staat durch die Pendlerpauschale sich selbst alimentiert, weil er bei Steuern auf Sprit \u00fcberproportional profitiert und \u00dcbergewinnsteuern nicht in Betracht zieht?<\/p>\r\n<p>W\u00e4re nicht auch eine Harmonisierung der Zeitverbr\u00e4uche f\u00fcr Mobilit\u00e4t im Wettbewerb Rad\/\u00d6PNV vs. Auto ein erstrebenswertes Ziel? Durchg\u00e4ngige Radwege, auf denen z\u00fcgig gefahren werden kann verbunden mit einer h\u00f6herfrequenten Taktung des \u00d6PNV (zu attraktiven Preisen &#8211; ohne es Subvention zu nennen) im Zusammenspiel lie\u00dfen die Vorteile eines staugebremsten Automobilverkehrs schrumpfen und Infrastrukturkosten f\u00fcr Stra\u00dfen sinken. Alleine schon dadurch, dass weniger Menschen alleine in einem Auto fahrend Staus reduzieren w\u00fcrden, wenn der alternative Mobilit\u00e4tsmix sexier w\u00e4re?<\/p>\r\n<p>Wie die Einleitung bereits sagte&#8230; Wunder wird es nicht geben und meine d\u00fcrren Argumente wohl nicht reichen, aber f\u00fcr mich reicht\u00b4s.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So sang ein altvorderer Markus 1982 als die neue Deutsche Welle \u00fcber Deutschland hinwegschwappte. Der Preis ist bewusst \u00fcberzeichnet, denn 1982 lag der reale Durchnittspreis laut ADAC bei etwa 1,40 DM pro Liter. 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