Ich habe sie einfach nicht und bin doch eher der Sprinter, der am Berg im Grupetto vor dem Besenwagen flieht. Da ich aber in der bergigen Prairie rund um Tübingen unterwegs bin, muss nun der gute Luigi bergtauglich gemacht werden!
Aber nicht so einfach, sondern mit Stil und Nachhaltigkeit. Ich mag nicht eine gute alte Nuovo Gran Sport in Rente schicken, sondern mag das gute Stück erhalten.
Die Ausgangslage ist eine amtliche 126 mm Sechsgangnabe mit einer Kassette ohne Gnade und Rettungsring!

Aber die Röllchen sind schon Bling und die alte Nuovo Gran Sport muss bleiben, da ich das butterweiche Friction-Shifting am Unterrohr liebe!

Nun zur Aufgabe: Das rechte Rad mit seinen sechs Gängen soll einer (linke Seite) GRX-11-Gang-Kassette mit ordentlicher Spreizung weichen, damit ich ohne Sauerstoffzelt über die Berge komme und es durchaus kommot auf Luigi habe.

Nun kommen wir zur Kür, da die neue Nabe 9 mm breiter ist und somit die wuchtigen 135 mm in das hintere Rahmendreieck rein müssen. Das geht nun bei Leibe nicht ohne den Fakt ab, dass das hintere Rahmendreieck geweitet werden muss.
Ist dieser Einbau einfach? -> An sich ja, aber…
Nach dem Weiten des Rahmendreiecks, damit die nun breiter gewordene Nabe in den Rahmen passt und sauber geschalten werden kann, müssen einige Kleinigkeiten beachtet werden.
- Da sich Stahl an seine alte Ausrichtung „erinnert“, muss das Rahmendreieck weiter als 135 mm geweitet werden. Mindestens über Nacht auf 155 mm
- Die Ausfallenden sind nicht mehr parallel zur Nabe und müssen ausgerichtet werden.
- Das Schaltauge muss neu ausgerichtet werden, da es nicht mehr parallel zu den Ritzeln der Kassette steht
- Will man den alten Umwerfer, der bis maximal 28 Zähnen schalten kann, weiterverwenden, benötigt man einen Schaltwerksadapter in passender Länge
- Die Kettenlänge muss angepasst werden, da mehr Zähne eine Längere Kette benötigen

Zum Weiten kann man eine Gewindestange nehmen, oder in meinem Fall, mit Zwingen. Da sich der Druck zu beiden Seiten gleichmäßig vereilt, reicht es, dass der weitende Druck etwa eine Nacht auf den Rahmen wirkt. Beim Lösen der Zwingen springt der Rahmen wieder etwas zurück, aber nicht mehr auf die Weite von 126 mm, sondern auf etwa 135 mm.
Danach müssen die Ausfallenden neu ausgerichtet werden und das Schaltauge muss auf die neue Weite und die weitere Kassette ausgerichtet werden und ein Schaltwerksadapter, der die notwendige Länge adaptiert, muss eingebaut werden.


Somit ist nun der gute Luigi noch besser geworden und Berge haben keinen Schrecken mehr!

Die erste Runde zeigt:
Ein Renner aus Stahl mit Seele und moderner Übersetzung!

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