Wer Sandra und mich kennt, weiß, dass wir Fans von Städte-Trips mit Falträdern sind. Wenig Stress auf der Reise mit der Bahn, weil Falträder meist als Handgepäck bei der Bundesbahn gelten und vor Ort ist man, ohne auf den ÖPNV angewiesen zu sein, sehr mobil und kann sehr gut die Umgebung erkunden.
So ging es also Mitte März an den Bodensee nach Konstanz. In der Woche vor dem Trip war schönstes Frühlingswetter mit angenehmen Temperaturen und Sonnenschein. Das macht also Hoffnung auf einen wirklich schönen Trip!

Aber wenn Petrus mit Frau Holle einen finsteren Plan schmiedet!

Nicht nur, dass man im Wetterbericht schon lange im Voraus erzählt bekommen hat, dass der Winter noch nicht aufgeben will, haben wir unsere Falträder reisefein gemacht, sondern auch alle Hoffnung zusammengenommen, dass es gar nicht so wild wird.

Freitag gegen Mittagszeit soll es also mit der Bahn von Tübingen nach Konstanz gehen.

Erstaunlich, dass die Bahn entgegen aller Gewohnheit, an die man sich in Tübingen hat gewöhnen müssen, pünktlich am Bahnsteig steht, packen wir die Räder an den vorgesehen Stellplatz im Zug und setzen uns gemütlich, um die Fahrt durch die Provinz zu genießen. Keine Verspätungen, kein Stress, einfach an den Bodensee bummeln per Bundesbahn und Deutschland-Ticket.

Check: Das klappt erstaunlich geschmeidig, obschon wir auch schon andere „Erfahrungen“ machen durften!

Brompton C-Line electric 12 speed und Rockbros VDS 3×8

Und wer g´scheit plant, hat seine sieben Sachen, die man eben so braucht in den Taschen am Rad. Das ist tätsächlich eine der feinsten Sachen am Reisen mit Faltrad, wenn man seine ganzen Sachen in einer Tasche am Rad mitnehmen kann. Kein Geschleppe und man beschränkt sich auf das Wesentliche! Ja, sogar Damen können das und können gerne bei Sandra eine How to pack your Gruuschd for City trips bekommen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man dann vor Ort auch noch eine Tasche für´s Shopping mit dabei hat und auch dann kein Geschleppe hat! Aber… Der Insel-Europäer hat bei der Entwicklung der Taschen für electric Bromptons das Eine, oder Andere etwas vernachlässigt, wenn es um die Taschen für die electrics geht, da der Akku bekanntlich in der Tasche auf dem Carrier-Block integriert ist. Also muss man sich an wenig Stauraum und ein schon obszön sperriges Stück Reisegepäck gewöhnen. Leider!

Da mein Rockbros VDS (BIO-Bike!) nicht mit dem Luxus eine E-Antriebs gesegnet ist, habe ich mich auf diesem Trip für meinen geliebten Ortlieb-Rucksack entschieden und wollte sehen, ob es für das Rad noch einen passenden Gepäckträger für dieses 20-Zoll-Rad gibt. Leider nein und nicht am Bodensee…

Konstanz empfängt uns mit kühlen Temperaturen und Sonnenschein! Ist doch ein guter Start!

Am Horizont das Wetterprogramm, das sich schon abzeichnet -> Spätwinter

Das Hotel – über das spreche ich noch an anderer Stelle (!) – war vom Bahnhof fix per Muskelpower auf sehr guten Radwegen erreicht und die sieben Sachen fix versorgt, damit es gleich in die Stadt gehen konnte.

Und wieder zeigt sich, dass zunehmend mehr Städte in eine zumindest angedeutete Rad-Infrastruktur investiert haben, wobei ich die Bodenseeregion und Konstanz schon im vorderen Drittel ansiedeln möchte, wenn es um die Radwege und deren Integration in den Verkehrsraum geht. Radfahrer werden als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen und haben ihren Platz im Verkehr, so dass man sicher und meist ungestört voran kommt. Aber… Das gemeinsame Zusammenspiel von Fußgängern und Radlern hat noch ein wenig Luft nach oben und da mag ich gerne beide Seiten (Radler und Fußgänger!) zu einem entspannteren Umgang mit einander bitten. Kann ja nicht so schlimm schwer sein, oder?

Wir sind mit dem Trip an den Bodensee zufrieden (Daumen hoch)

So angenehm Infrastruktur und Wetter noch waren, so arg wollte sich das Wetter und an manchen Stellen auch die Laune wegen des Hotels noch trüben.

Da Sandra die sperrige Tasche mit relativ wenig Stauraum ersetzen wollte und ich noch nach einem passenden Gepäckträger schauen wollte, stand ein Abstecher zum Faltrad/Brompton-Spezialisten Radial an. Eine sehr aufmerksame und freundliche Dame begrüßte uns in einem sehr gut sortierten Laden und fix war eine neue Tasche für Sandra ausgewählt. Aus dem neuen Line-Up von Brompton wurde ein gutes Stück gewählt und trotz aller Änderungen der neuen electric Bromptons passen auch neue Taschen an eine ältere 12 Gang C-Line electric! Und: Die Dame ließ uns die neue Tasche draußen vor dem Geschäft erstmal Probemontieren. Danke, das ist Service!

Für mich gab´s noch eine den reach (Weite zwischen Sattel und Lenker) erweiternde Federung, die auch den Sattel signifikant federt und den Abstand zum Lenker deutlich erweitert, da man auf Falträdern ab einer gewissen Größe doch eher etwas knapp sitzt und der Lenker sehr nah ist. Mehr dazu in einem späteren Post!

Für den ersten Nachmittag standen dann noch die üblichen Touristen-Ausblicke auf dem Plan und so ging es bei kühlen Temperaturen und noch gutem Wetter an den See.

Übliches Bild

Hübsches Rad! Gell? Zu diesem Rad wird es definitv noch mehr zu sagen geben, denn ich bin damit sehr zufrieden, nachdem es doch einige Umbauten am Rad gab. Aber die Basis, wie sie von Rockbros kommt, ist ein sehr starkes Angebot.

Mit der zunehmenden Dunkelheit kamen Hunger und der Sinn nach etwas Gemütlichkeit. Gut gegessen und im Irish Pub herzlich willkommen, sind wir doch später als gedacht im Hotel angekommen.

Logans Irish Pub – kann uneingeschränkt empfohlen werden

Wir waren im Hampton by Hilton in Konstanz untergebracht. An sich, so dachten wir auf Basis unserer Erfahrungen mit dem Hampton by Hilton in Freiburg, eine sichere Bank für Radler. Denkste! Am ersten Abend konnten wir unsere Räder (ich erinnere daran: Bei der Bundesbahn Handgepäck!) mit auf´s Zimmer nehmen. Aber das durfte sich noch ärgerlicherweise ändern!

Andern Morgens ging es dann bei sich bereits früh ankündigendem Mistwetter wieder Richtung Innenstadt und auf dem Weg wollte die Federung unter dem Sattel (Ich denke eher an eine Kamelrittsimulationshardware) nochmals so eingestellt werden, damit man am Bodensee nicht Bodenseekrank wird.

Der geliebte Ortlieb-Rucksack, der auch am Gepäckträger transportiert werden kann, nun auf dem Rücken

Noch etwas frischer, als am Vortag, ging es an den See und Richtung Schweiz. Ein wenig die frische Luft und den See genießen!

Da sich hier bereits abzeichnete, dass das Wetter kein Herz für Radler haben wollte, musste eine Alternative gefunden werden und so entschieden wir uns für einen Besuch im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg.

Nicht nur, dass man als Deutschland-Ticket-Nutzer einen Euro Rabatt beim Eintritt bekommt, sind die Eintrittspreise mit vier Euro pro Erwachsenem sehr, sehr fair und die Museumsmitarbeiter sind sehr freundlich. Ein weiteres Plus sind die Schließfächer, in denen man als Radler kostenlos(!) seine Sachen verschließen kann. Es sind auch sichere Abstellmöglichkeiten für Räder in großer Zahl vorhanden. Gut gemacht ALM! Das Ausstellungsangebot ist sehr informativ und man kann eine Regenphase mehr als nur gut in diesem Museum überbrücken. Also: Eine absolute Empfehlung! 👍

Ein aus dem Bodensee geborgener Lastkahn aus dem Mittelalter

Den Rest des Tages – wer uns kennt, ahnt es -haben wir mit sehr gutem Essen und einem Bummel durch die Konzil-Stadt zugebracht. Apropos Konzil… Zu viel Weihrauch tut manchen Viechern nicht gut!

Neben diesem extrabreiten Güggel, findet sich auch ein Rasta-Hasi an diesem Brunnen!
War es der Konzil-Weihrauch?

Am nun kommenden Sonntag sollte das Wetter wechselhaft sein und so entschlossen wir uns die Räder Richtung Mainau zu radeln. Gut geführte Radwege über die Uni führen durch einige Wohngegenden, aber auch entlang des Sees und schöne Waldstücke. Jetzt, in der Nebensaison, ist noch wenig Auftrieb und man bekommt noch (etwas) günstiger den doch ordentlich happigen Eintritt zur Insel, die nicht nur für Radler aus Richtung Konstanz gut erreichbar ist, sondern es gibt auch genug Möglichkeiten das Rad sicher während des Besuchs abstellen zu können. Lediglich ein kurzes Stück mussten wir auf dem Hinweg an einer Straße entlang, aber die Autofahrer hatten sich im Griff.

Die Insel Mainau ist immer einen Abstecher wert, wenn man Pflanzen mag und auch der Besuch im Schmetterlingshaus ist sehr empfehlenswert!

Kommen wir zum Schluss zum Fazit dieses Wochenend-Trips:

Für das Wetter kann niemend etwas, aber bei schönerem und wäremerem Wetter kann ich einen Kurztrip an den Bodensee wärmstens empfehlen und die Rad-Infrastruktur in der Bodenseeregion ist gut. Was ich allerdings nicht wärmstens empfehlen kann ist das Hotel! Meidet als (Falt-)Radfahrer das Hampton by Hilton in Konstanz. Während man im Hampton in Freiburg das Faltrad mit auf das Zimmer nehmen kann, ist das Managment, das hilflos überforderte Menschen auf einen hetzt und man am Fahrstuhl einem Verbrecher gleich abgefangen wird, der seltsam und unklar artikulierten Idee, dass man das Faltrad nicht mitnehmen dürfe, aber Hunde, Kinderwagen, Rollstühle, Schrankkoffer und ähnliches absolut ok wären. Dafür darf man sein Fahrrad in einer Gitterbox, zu der jeder x-beliebige Mensch Zugang hat, im Parkhaus abschließen. Dickes Minus!👎Kommunikation und Idee fehlen dem Management komplett. Hampton hat somit einen Kunden weniger.

Fazit:
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐ (7/10)

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